Hinter dem weltweiten Projekt „The Street Store“ verbirgt sich eine Idee, die durch ihre Einfachheit besticht: Wer Kleidungsstücke nicht mehr tragen möchte, hängt sie an einem zentralen Treffpunkt auf, wo sich jeder bedienen darf. Alles, was dazu benötigt wird, sind ein paar Plakate, um den Street Store für jeden sichtbar zu machen. Mehr nicht.

Es ist wirklich so einfach, wie es sich anhört! Die dazu notwendigen Plakate haben Designer entworfen, sie können im Rahmen dieses Open-Source-Projekts kostenlos verwendet werden. Darunter sind auch zwei Plakate, die als Kleiderbügel beziehungsweise als Ablage für Schuhe genutzt werden können.

Street Store - Bringe Klamotten zu einem zentralen Punkt, wo sich jeder bedienen kann.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement

Die Idee stammt aus Südafrika, wo sie von Max Pazak und Kayli Vee Levitan entwickelt wurde. Inzwischen gibt es in vielen Ländern der Welt Street Stores, von Griechenland über Brasilien bis Kanada. Es ist offensichtlich, dass dadurch ein wichtiger Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit geleistet wird. Für die Herstellung von Kleidungsstücken werden wertvolle Rohstoffe und Energie benötigt. Es kann aus ökologischer Sicht unmöglich vernünftig sein, gut erhaltene Kleidungsstücke nur deswegen wegzuwerfen, weil sie dir nicht mehr gefallen! Dinge mehrfach zu verwenden ist und bleibt der beste Umweltschutz. Außerdem gibt es leider immer mehr Menschen, die kostenlose Kleiderspenden sehr gut gebrauchen können. Nicht nur in Südafrika – auch in Deutschland!Street Store - Die einfach Art zu Spenden

Street Store - Die Organisatoren des einfachen Kleidungsaustausch

Eine gute Ergänzung zu bestehenden Angeboten

Kleidung wegwerfen ist wegen der fehlenden Nachhaltigkeit also keine Alternative. Wie sieht es mit den Altkleidersammlungen von gemeinnützigen Organisationen aus? Klar, auf jeden Fall auch besser, als die Kleidung in den Müll zu werfen! Auf diesem Weg wird heute so viel Kleidung gespendet, dass vieles davon ins Ausland verschickt wird, weil in Deutschland das Spendenaufkommen größer als die Nachfrage ist. Das soll auch so bleiben, denn Street Store will die herkömmlichen Kleiderspenden nicht ersetzen, sondern ergänzen. Beim Street Store können sich auch diejenigen Hilfebedürftigen bedienen, die sich scheuen, bei den Hilfsorganisationen um Kleiderspenden zu bitten. Einige Menschen schämen sich ihrer Armut und verzichten deswegen auf Leistungen, auf die sie einen Anspruch haben. Einfach ein Kleidungsstück im Vorbeigehen mitzunehmen, fällt ihnen bestimmt leichter!

Andere Länder, andere Probleme

Natürlich ist es kein Zufall, dass diese Idee aus einem der armen Länder der Welt stammt. Und natürlich ist auch richtig, dass Street Stores dort noch wichtiger sind als in reichen Industrieländern. Aber auch bei uns sind Street Stores eine gute Idee, weil sie nachhaltig und sozial sind. Was also sollte dagegen sprechen, es einfach einmal auszuprobieren? Umweltschutz ist auch hier ein Thema. Und Armut leider auch!