Reise gerne, reise viel, aber verdammt noch mal, geh umsichtig und nachhaltig mit diesem wundervollen Luxus um. 

Denn ein Luxus ist es allemal. Nicht jeder kann es sich leisten, ständig auf Achse zu sein, die schönsten Orte zu bereisen, die Welt zu entdecken und modernste Reisemittel zu nutzen. Wir können in Amsterdam frühstücken, mittags in Berlin shoppen und den Abend in Barcelona ausklingen lassen. Wir Europäer haben es einfach, die Grenzen stehen offen – besonders dem, der einen deutschen Pass vorlegen kann.

Aber heute geht es nicht um Urlaubsreisen, sondern ums geschäftliche Vergnügen. Natürlich sind nicht alle Geschäftsreisen vergnüglich, schließlich ist es Arbeit. Und die kann stressig sein. In welchem Rahmen solche Geschäftsreisen auch ausfallen, die Reisewut der Deutschen ist zum Fluch für den Globus geworden. Und genau deshalb solltest du dir Gedanken über die Nachhaltigkeit deiner geschäftlichen Trips machen. Die Frage ist nur, was du bereit bist, dafür zu tun?

Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Trenderscheinung, die uns im Alltag begleitet, sondern in der Tat ein ernstzunehmender und wichtiger 24-Stunden-Job. Reisen und Umwelt gehören mittlerweile untrennbar zusammen, und Fakt ist: Der Planet macht keinen Urlaub!

Ich bin kein Öko und Müsli mag ich auch nicht. Ich bin aber der Ansicht, dass jeder von uns auf individuelle Weise und auf freiwilliger Basis in jeder Situation und an jedem Ort etwas für die Umwelt tun kann. Auch oder gerade auf Reisen.

Nachhaltig reisen: was gehört dazu?

Unter „nachhaltig reisen“ wird heute viel verstanden. Sei es, dass man gezwungenermaßen eine Kerosinsteuer auf sein Flugticket zahlt, freiwillig

„klimaneutral“ fliegt, indem man Organisationen wie atmosfair finanziell unterstützt oder Ökohotels bevorzugt.

Ein paar grundsätzliche Entscheidungen für umweltverträgliches Reisen lassen sich schon bei der Planung treffen. Ich denke da an Faktoren, wie

  • Öffentliche Verkehrsmittel oder Mitfahrgelegenheiten organisieren/bieten
  • Nahegelegene Ziele ansteuern
  • Zielort recherchieren (Geschichte, Kultur, Natur, Gewohnheiten – um ein Gefühl für regionale Gegebenheiten und Eigenheiten zu bekommen)
  • Hotels, Unterkünfte oder Veranstaltungsorte wählen, die klar Stellung zu ihrem Umwelteinfluss und den Arbeitsbedingungen nehmen

Zu den Pluspunkten in Sachen Unterkunft zählen u.a. dessen Müllmanagement, der Vorzug lokaler Biolebensmittel, faire Löhne, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Energie etc. und der Einsatz erneuerbarer Energien.

Nachhaltige Reisen geht auch im Unternehmen

Nachhaltige Geschäftsreisen müssen nicht unbedingt so aussehen !

 

Was der nachhaltige Veranstalter konkret tun kann

Neben einer möglichst umweltfreundlichen Anreise, und der Wahl eines Ziel-/Veranstaltungsortes mit einer möglichst fairen, transparenten und nachhaltigen Politik, bietet es sich an, lokale Produkte und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen bzw. anzubieten: Mit lokalen Lebensmitteln und Dienstleistungen sowie ortsansässigen Anbietern unterstützt du die Gemeinschaft vor Ort und bekommst Einblicke in das Marktangebot sowie die Kultur der Region. So gestaltet sich der Arbeits-/Schulungs- oder Geschäftsaufenthalt oder das entsprechende Event nicht nur nachhaltig, sondern auch authentisch und interessant. Das gleiche gilt es bei Freizeitaktivitäten, die du entweder selbst oder für deine Mitarbeiter veranstalten möchtest. Setzte auf ortsgebundene Aktivitäten und Agenturen.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor

Für Unternehmen könnte ihr Engagement sogar zu einem bedeutenden Wettbewerbsvorteil werden. Mittlerweile erkennen immer mehr Unternehmen, dass Nachhaltigkeit eine große Chance für ihr Wirtschaftswachstum ist und eine innovative Ausgangssituation schafft. Innovation ist ein Schlagwort, das heute für viel Aufmerksamkeit sorgt. Je innovativer eine Geschäftsidee, desto mehr Gehör findet sie bei Investoren, weshalb vor allem Startups auf Nachhaltigkeit setzen. Aber auch etablierte Unternehmen können umdenken und sollten es auch. Um jedoch nachhaltige Hebel in Bewegung zu setzen, braucht es viel Vorarbeit. Vor allem tun sich viele Unternehmen damit schwer die damit verbundenen Aktivitätsketten vor ihren Mitarbeitern zu rechtfertigen, da sie sich der Vorteile oft selbst gar nicht bewusst sind. Dabei können diese weitreichend sein.

Vorteile einer nachhaltigen Unternehmenspolitik

  1. Neue Gedanken fördern neue Geschäftsmodelle, die zu mehr Umsatz führen
  2. Effizientere Ausgaben führen zur Kostenreduzierung
  3. Die Unternehmensmarke wird gestärkt, faire Löhne werden gefördert
  4. Nachhaltige Aktivitäten spiegeln sich in einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz wieder
  5. Die Mitarbeiter sind motivierter und zufriedener, die Bindung zum Unternehmen steigt

Ich will hier nicht dein gesamtes Unternehmenskonzept auf den Kopf stellen, aber jeder kann klein anfangen. Beginne doch einfach damit, die Innovationen dort einzuführen, wo es am einfachsten geht: auf Geschäftsreisen deiner Mitarbeiter.

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